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Windhunde.

Wir haben 2012 die Chance bekommen, die Rasse Greyhound und ihre Situation in Irland bei Radio-Bremen innerhalb der Sendung "Tierladen" zu präsentieren.

 

Quelle: Radio Bremen

Im folgenden Abschnitt werden wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Vergangenheit unserer Hunde geben. Wir zeigen Ihnen Lebensumstände, unter denen diese Tiere gelitten haben und unter denen noch Hunderte, oft Tausende noch immer leiden. Es sind nicht nur oft bedrückende Bilder und Beschreibungen aus dem Ausland. Nein, auch hier in Deutschland, geschehen täglich Dinge, die jeder Beschreibung eigentlich spotten, leben Hunde und andere Tiere unter Umständen, die unwürdig und beschämend sind, in einem Land, das viel auf sich und seine Tierliebe hält.

Diese Seiten sollen aber nicht schockieren und ziehen ihre Kraft nicht aus der Grausamkeit der Bilder, sondern sollen zeigen, dass Rettung möglich ist, und dass wir, also Sie und ich, in der Lage sind etwas zu ändern. Wir werden Ihnen auch beschreiben, dass es Wege der Besserung gibt und Happy Ends vorstellen. Wir möchten auch gerne ein wenig bewusst machen, dass wir nicht weggucken dürfen, schon gar nicht aus Angst, etwas zu sehen, dass uns eventuell lange beschäftigt und zum Umdenken zwingt. Wir sollten uns immer fragen: wer hat eigentlich das Problem?? Das sind nicht wir, sondern die Kreaturen, das Nutzvieh, die Renn- und Jagdhunde, die Tiere, wie auch immer wir sie bezeichnen, die leiden wie wir, die hoffen wie wir, die Todesangst haben wie wir und die vor allem eines wollen:

LEBEN


Wie leben eigentlich Greyhoundwelpen?

In Irland gezüchtete Greyhounds 2006 und 2007
(Text aus dem englischen übersetzt von Dorothee Meinhardt)

Die genaue Zahl der Greyhounds auszumachen, die in Irland gezüchtet, ohrmarkiert, trainiert und für eine Rennkarriere beim Irish Greyhound Board registriert werden, ist sehr schwierig. Demzufolge ist es noch viel schwieriger, die genaue Zahl der überschüssig produzierten Hunde zu bestimmen, die im Welpenalter getötet werden, bevor sie mit der Rennkarriere überhaupt begonnen haben.

Glücklicherweise ist die irische Greyhound-Rennindustrie zur Hälfte in Staatsbesitz und wird durch die Regierung finanziert. Deshalb unterliegt sie dem Freedom of Information Act (FOI), einem Gesetz, was Informationsfreiheit garantiert, und von jedem Menschen in Anspruch genommen werden kann. In Großbritannien ist dies nicht so, da sich die Greyhound-Rennindustrie dort aus Privatunternehmungen zusammensetzt. Zumindest 80% der in Großbritannien über den Dachverband Greyhound Board of Great Britain zum Rennen registrierten Hunde sind in Irland gezüchtet worden. Diese Zahlen sind ein klares Anzeichen für die unnötige Überproduktion an Hunden, die nur gezüchtet werden, um den britischen Markt zu bedienen.

Leider ist das Leben eines Greyhounds in Irland es nicht wert, individuell erfasst zu werden. Es wird lediglich die Gesamtanzahl der Würfe erfasst.

Dennoch kann man ein statistisches Mittel der aus diesen Würfen geborenen Welpen ermitteln. Um den britischen Dachverband zu zitieren: „Hündinnen werfen eine überschaubare Anzahl von sechs bis zehn Welpen.“ Wenn man also die Eigenaussagen der Industrie zugrunde legt, ergibt sich aus jedem Wurf eine durchschnittliche Anzahl von 8 Welpen.

Eine Anfrage auf Grundlage des erwähnten FOI an den irischen Dachverband Irish Greyhound Board ergab, dass 4.318 Würfe im Jahr 2006 erfolgten, was nach dem statistischen Mittel der acht Welpen eine Gesamtzahl von 35.544 Welpen ergeben würde.

Der Versuch, den Verbleib dieser Hunde nachzuweisen, ergab alarmierende Ergebnisse: Laut Irish Greyhound Board wurden lediglich 23.618 Hunde ohrmarkiert. Die Tätowierung der Hunde erfolgt ca. 16 Wochen nach der Geburt und ist die erste bürokratische Erfassung eines zukünftigen Rennhundes. Noch dramatischer ist, dass nur 20.916 Hunde in der folgenden Saison ihre Identity Card bekommen haben, ihr Rennbuch, was sie ab dem 15. Lebensmonat für eine Rennkarriere offiziell registriert und qualifiziert. Der Verbleib von 13.628 Hunden aus dem Zuchtjahr 2006 ist somit ungeklärt. Es ist davon auszugehen, dass sie bereits im Welpenalter getötet wurden, da sie nicht den nötigen Hetztrieb aufwiesen oder als zu langsam galten.

Auch das Schicksal der übrigen 20.916 Junghunde, die sich für eine Rennkarriere qualifizieren konnten, ist keineswegs sicher. Viele scheitern bereits in den Probeläufen oder bringen in ihren ersten ein oder zwei Rennen so schlechte Leistungen, dass sie als ökonomischer Verlust abgeschrieben und entsorgt werden.

Die halbstaatliche irische Rennindustrie erhält verschiedenste EU-Subventionen und Finanzhilfen für Greyhound-Zucht und –Training, z.B. über das Farms Diversification Scheme, was eine Produktivitätssteigerung der Agrarbetriebe in Irland durch Diversifizierung herbeiführen soll.

Hier ist der Link, um sie über die genannte EU-Subvention zu informieren:
Link zu Ireland's National Development Plan - Greyhound Industry

Ironischerweise wird sogar in einem Informationsblatt, was Bezuschussungen für Züchter unter auf Grundlage des Alternative Enterprise Scheme in Aussicht stellt, davon gesprochen, dass es „derzeit eine Überproduktion von Greyhounds in Irland“ gäbe.

Hier ist der entsprechende Link:  Tegasc Greyhound grant
13.628 gesunde, junge Greyhounds aus nur einem Zuchtjahr zu töten, weil sie schlichtweg zu einer finanziellen Verpflichtung werden, ist zutiefst unethisch. EU-Finanzierungshilfen und -Zuschüsse zur Zucht dieser Überschuss-Welpen zu gewähren ist im Grundsatz UND ethisch falsch.


Abschliessend noch der Link zum Originalbericht in englisch:
Link zu Bericht auf: www.greytexploitations.com

November 2009: Szenen aus einem irischen Dogpound ...

 

Hier ein paar Verlinkungen:

Videos auf youTube.com:
>> Video 1
>> Video 2
>> Video 3

Rettung ist möglich
Sorry, aber diese Bilder mussten auf die Seite. Niemand sollte weggucken oder glauben, er erträgt so etwas nicht. Nicht der Betrachter dieser Bilder hat ein Problem sondern die Tiere. Sie sind es, die alles gegeben haben und die trotzdem einen viel zu frühen, qualvollen und unwürdigen Tod zu erleiden haben. Wir sind es ihnen schuldig, dass wir hingucken und handeln. Es sind keine Einzelschicksale, die da am Baum hängen, im Wasser treiben, verbrannt oder erschlagen werden, im Versuchslabor enden, oder einfach sich selbst überlassen werden. Es sind Tausende, die nach einer Rennkarriere weggeworfen werden. Manche schaffen noch nicht einmal das Training und werden mit wenigen Monaten für lebensunwürdig befunden.

Im Hundesport züchtet man jedes Jahr in Irland, England und Spanien Windhunde zu tausenden. Zwangsläufig müssen genauso viele am Ende sterben. Sie werden ihr Leben lang gequält. Sie werden unwürdig geboren, extrem trainiert, oft gedopt, unter Umständen oft verkauft und in andere Länder gebracht und fast immer in unglaublich schlechten Unterkünften gehalten. Kein Hund hält so etwas lange aus und meistens ist im Alter von vier bis sechs Jahren das Ende da. Knapp die Hälfte der Lebenserwartung.
Das Leiden von Rennhunden ist oft genug und ausreichend dokumentiert worden. Das Internet ist voll mit Infos über diese Zustände.

Damit aber aus der Rettung ein Happy End wird, brauchen wir Menschen, die bereit sind den Tieren ein Zuhause zu geben.
Auch wenn hinter vielen unserer Schützlinge ein recht hartes Leben steht, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sie gestört, schwierig oder gesundheitlich völlig ruiniert sind. Wenn wir sie in die Vermittlung geben, sind es meistens völlig normale und liebenswerte Familienhunde. Auch das zeigen die Bilder auf der ersten Seite.
Allgemein kann man sagen, dass es kaum eine besseren Begleiter und sanfteren Hausgenossen gibt als einen unserer Windis.
Sollten Sie auf einer der folgenden Seiten, auf denen wir einige Windhunde vorstellen, Ihren Traumhund finden, sprechen sie uns an. Wir werden Ihnen so genau wie möglich alles über "Ihren" Hund sagen. Über seine Angewohnheiten, seine Ernährung, seine Besonderheiten und seine Vorgeschichte (soweit bekannt). Und auch nach der Vermittlung sind wir immer mit Rat und Tat für Sie da, solange der Hund lebt. Weitere Infos auf der Seite “Vermittlung”.
 
Nachtrag:
Natürlich gibt es auch in Spanien, Italien und Irland Züchter und Besitzer von Windhunden, die diese lieben und gut versorgen. Nicht jeder Renn- oder Jagdhund findet zwangsläufig ein grausames Ende. Aber die meisten. Und solang tausende von ihnen jährlich getötet werden sollte man diese Nationen beim Namen nennen. Es ist an den betroffenen Ländern und Verbänden, mit Gesetzen diese Grausamkeit zu beenden.
In Irland beginnt ein vorsichtiger Wandel. Es gibt einen Trust für ausgediente Rennhunde und auch in der Einstellung zum Windhund als Sportgerät findet zaghaft ein hinterfragen statt. Beobachten wir, was daraus wird. Fest steht aber auch, dass die Greyhoundindustrie weiterhin subventioniert wird.